Konrad Zuse
Leben
Konrad Zuse
  • Konrad Zuse wurde am 22. Juni 1910 in Berlin als Sohn des Postbeamten Emil Zuse und seiner Ehefrau Maria, geb. Crohn geboren.
  • 1912 - Die Familie zog nach Braunsberg in Ostpreußen um.
  • 1920 - Er besuchte das humanistische Gymnasium Hosianum.
  • 1928 - Er machte das Abitur am Reform-Realgymnasium in Hoyerswerda/Sachsen.
  • Er war unentschlossen, ob er ein naturwissenschaftliches oder künstlerisches Studium anfangen sollte.
  • Er studierte an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg zuerst Maschinenbau, wechselte bald zu Architektur und schließlich zu Bauingenieurwesen.
  • Er entwarf ein automatisiertes Fotolabor und einen Warenautomaten, der Geld wechseln konnte.
  • 1934 - Er begann Rechenmaschinen zu entwickeln, die von einem Programm gesteuert wurden.
  • 1935 - Er schloss sein Studium mit einem Diplom als Bauingenieur ab.
  • Er arbeitete für kurze Zeit bei den Henschel Flugzeugwerken in Berlin-Schönefeld.
  • 1936 - Er richtete in der Wohnung seiner Eltern im Wohnzimmer eine Werkstatt ein, wo er eine vollautomatische Rechenmaschine bauen wollte. Diese programmierbare Maschine sollte die Rechenarbeiten machen, die für Ingenieure lästig und langweilig waren.
  • Er entwickelte als Versuchsmodell die Z1. Die meisten Teile fertigte er selbst.
  • 1938 - Die Z1 war fertig, eine mechanische programmierbare Rechenmaschine. Die Maschine funktionierte aber nicht richtig, weil die selbst gefertigten Teile nicht zuverlässig genug waren.
Die Z1 von 1938
Die Z1 von 1938 © Horst Zuse
  • 1939 - Er musste zum Mililtär. Ein halbes Jahr später wurde er noch einmal Mitarbeiter bei den Henschel Flugzeugwerken.
  • 1940 - Er stellte die Z2 fertig. Er verwendete Relais für das Rechenwerk. Dieses Modell war die erste elektromechanische Rechenmaschine, die wirklich funktionierte.
  • 1941 - Er baute die erste elektromechanische Digitalrechenmaschine Z3. Sie hatte ein Rechenwerk und einen Speicher aus Relais. Heute gilt sie als erster funktionsfähiger Computer.
    Er gründete die Firma Zuse-Apparatebau.
  • 1943 - Die Z3 wurde bei Bombenangriffen zerstört.
  • 6.1.1945 - Er heiratete Gisela Brandes. Die Familie musste zum Ende des Kriegs aus Berlin über Göttingen nach Bayern fliehen. Er konnte die Z4 retten.
  • Im November wurde Sohn Horst geboren.
  • 1941-45 - Er entwickelte "Plankalkül", die erste universelle Programmiersprache.
  • 1946 - Er gründete in Hopferau bei Füssen das Zuse-Ingenieurbüro.
  • 1949 - Er gründete die Zuse KG in Neukirchen.
  • Die Z4 wurde repariert und an die Eidgenössische Technische Hochschule in Zürich geliefert. Die Z4 war der einzige funktionierende Computer in Europa und der erste kommerzielle Computer weltweit.
Die nachgebaute Z3 von 1941
Die nachgebaute Z3 von 1941 © Horst Zuse
  • 1950 - Er traf Theodor Fromme, seinen Freund und späteren technischen Leiter der Zuse KG.Er entwickelte weitere programmgesteuerte elektromechanische Rechenmaschinen in Röhren - und Transistortechnik.
  • 1955  - Die Zuse KG startete die Serienfertigung. Die Z11 wurde vor allem an Unternehmen der optischen Industrie und an Universitäten verkauft.
  • 1957 - Die Z22 war der erste Rechner mit einem magnetischen Speicher. Sie kostete 180.000 DM, wurde in 58 Exemplaren gebaut und an den meisten bundesdeutschen Hochschulen eingesetzt.
  • Die Konkurrenz von IBM wurde stärker, Zuses Rechenmaschinen waren nicht mehr konkurrenzfähig - zu groß, zu schwer, zu teuer.
  • 1959 - Er entwickelte den automatischen Zeichentisch "Graphomet Z64".
  • 1964 - Die Zuse KG wurde wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten von BBC, 1967 dann von  Siemens übernommen.
  • Zuse arbeitete als Berater und freier Mitarbeiter bei Siemens, der Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung mbH Bonn (GMD) und der Zahnradfabrik Friedrichshafen AG.
  • Er starb am 18. Dezember 1995 in Hünfeld bei Fulda.
  • Er erhielt viele Ehrungen, z.B. "Werner-von-Siemens-Ring" (1964), "Wilhelm-Leuschner-Medaille" (1987), "Bundesverdienstkreuz" (1995), Ehrenmitglied des Chaos Computer Clubs (1995), Fellow des Computer Museum History Center in Palo Alto (1999)
Seine Rechenmaschinen und ihre Anforderungen
Nach Zuses Vorstellungen sollten Rechenmaschinen
  • frei programmiert werden können
  • eine beliebige, sinnvolle Folge von Anweisungen von einem Lochstreifen lesen und verarbeiten und
  • auf dem binären Zahlensystem beruhen, um bei der Konstruktion binäre Schaltelemente verwenden zu können

Er entwarf einen Speicher zum Speichen beliebiger Daten, eine Einheit zum Steuern des Rechners über Lochstreifen und implementierte Ein- und Ausgabeeinheiten im Dezimalsysten.
Die Z3 war vollautomatisch, programmgesteuert und frei programmierbar. Sie hatte 2.600 Relais und einen Speicher mit 64 Wörtern mit je 22 Bits. Sie hatte eine Taktfrequenz von einem Hertz.


Links

>  Konrad Zuse auf der WebSeite seines Sohnes Horst Zuse
>  Fotos von Zuses Rechenmaschinen

 
Deutsch für ausländische Führungskräfte DaF  ist nicht verantwortlich für die Inhalte fremder Seiten, die Sie über einen Link erreichen.
Die Benutzung der Bilder erfolgt mit freundlicher Erlaubnis von Dr. Horst Zuse.
Text-© 1998-2008 DaF Deutsch für ausländische Führungskräfte