Oskar Maria Graf
Leben

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  • Er wurde am 22. Juli 1894 in Berg am Starnberger See als neuntes Kind des Bäckermeisters Max Graf und der Bauerntochter Therese, geb. Heimrath, geboren.
  • 1900 - Er besuchte die Dorfschule in Aufkirchen.
  • 1906 - Nach dem Tod des Vaters übernahm sein Bruder die Bäckerei.
  • 1907 - Nach dem Ende der Schulzeit musste Oskar auch das Bäckerhandwerk lernen und arbeitete als Bäckergeselle.
  • 1911 - Weil sein Bruder ihn schlecht behandelte, floh er nach München. Er wollte dort als Schriftsteller arbeiten. Er fand Freunde in der Schwabinger Bohème und in anarchistischen Kreisen.
  • 1912 - Er schreibt seine ersten literarischen Texte - Gedichte und Aphorismen - und wird Schriftführer der Gruppe "Tat" um den sozialistischen Schriftsteller Erich Mühsam.
  • Er befreundete sich mit dem Schriftsteller Franz Jung.
  • 1913 - Er reiste mit seinem Freund, dem Maler Georg Schrimpf ins Tessin und nach Oberitalien.
  • 1914 - Er veröffentlichte sein erstes Gedicht in der Zeitschrift "Aktion".
  • Er reiste nach Berlin und blieb dort bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs.
  • 1.12.1914 - Er wurde zum Militär einberufen, um gegen Frankreich zu kämpfen.
  • 1915 - Er wurde an die Ostfront nach Russland und Litauen geschickt.
  • Sein Bruder Max fiel an der Westfront.
  • 1916 - Weil er sich weigerte, Befehle auszuführen, wurde er in die Irrenanstalt eingewiesen. Dann wurde er aus dem Militärdienst als "dienstunbrauchbar" entlassen.
  • 26.5.1917 - Er heiratete Karoline Bretting.
  • Er veröffentlichte Kurzgeschichten und Rezensionen in der "München-Augsburger Abendzeitung".
  • 13. Juni 1918 - Ihre Tochter Annemarie, genannt Annamirl, wurde geboren.
  • November 1918 - Er nahm an revolutionären Veranstaltungen teil.
  • Er veröffentlichte seinen ersten Gedichtband "Die Revolutionäre" im Dresdner Verlag; den Buchumschlag gestaltete Georg Schrimpf.
  • 1919 - Er beteiligte sich an der  > Räterepublik. in Bayern und arbeitete als Zensor für die bürgerliche Presse.

  • Nach dem Ende der Räterepublik wurde er wenige Wochen gefangen gehalten.

  • Er begann eine neue Lebensgemeinschaft mit Mirjam Sachs, dem "Fräulein" in seinem Roman "Wir sind Gefangene".

  • Er arbeitete als Kunstkritiker.

  • 1920/21 - Er arbeitete als Dramaturg am Arbeitertheater "Die Neue Bühne", begegnete dort Bertold Brecht. .
  • 9.11.1923 - Er wurde Zeuge des  > Hitler-Putsches in München.
  • 1924 - Er hielt erfolgr erste Lesungen.
  • 1926 - Er gründete den "Jung-Münchner-Kulturbund", er organisierte kulturpolitische und politische Veranstaltungen.
  • 1927 - Er veröffentlichte seine Autobiografie "Wir sind Gefangene", die zu einem großen Erfolg wurde.
  • 24.2.1933 - Mit einer Lesereise nach Wien begann sein Exil in Österreich.
  • 12.5.1933 - "Verbrennt Mich!" - Er protestierte gegen die  > Bücherverbrennung der Nationalsozialisten in der Wiener "Arbeiterzeitung". Ein Jahr später wurden seine Bücher in Deutschland verboten.
  • 16.2.1934 - Er emigrierte nach Bratislawa und Brünn, am 24.3. wurde er aus dem Deutschen Reich ausgebürgert.
  • Juli bis Oktober 1934 - Er reiste mit anderen antifaschistischen deutschen Schriftstellern wie Klaus Mann, Johannes R. Becher, Egon Erwin Kisch, Gustav Regler, Adam Scharrer, Willi Bredel, Ernst Toller, Theodor Plivier, Albert Ehrenstein nach Moskau zum "1. Allunionskongress der sowjetischen Schriftsteller" und durch den Süden der Sowjetunion.
  • 27.9.1934 - Tod seiner Mutter.
  • Juni 1938 - Er nahm als Delegierter der deutschen Gruppe am "Internationalen P.E.N.-Kongress" in Prag teil.
  • 1938 - Er floh über Holland in die USA, wo er am 26.7. in New York ankam.
  • Er gründete die "German American Writers Association". Er machte Vortragsreisen,  engagierte sich für die Rettung und Unterstützung von Emigranten aus Deutschland und dem besetzten Europa.
  • 1942 - Er gründete mit Wieland Herzfelde und weiteren emigrierten deutschen Schriftstellern den Aurora-Verlag.
  • 1945 - Er initiierte eine Hilfsaktion zur Unterstützung von Opfern der Nazi-Diktatur.
  • Dezember 1957 - Er erhielt die amerikanischen Staatsbürgerschaft.
  • 1958 - Er reiste das erste Mal nach dem Ende des Nationalsozialismus wieder nach Europa.
  • 1959 - Tod seiner Frau Mirjam.
  • 1960 - Er wurde von der Wayne State University of Detroit zum Ehrendoktor ernannt, um sein kompromissloses Denken und Handeln zu würdigen.
  • 1962 - Heirat mit Dr. Gisela Blauner in New York.
  • 1964 - Er erhielt von der Stadt München für sein literarisches Werk die Ehrengabe.
  • Er konnte sich nicht entschließen, wieder nach Deutschland zurückzukehren, starb am 26. Juni 1967 in New York und wurde auf dem Friedhof Bogenhausen in München beigesetzt.
Werke (in Auswahl)
  • 1914 - erste expressionistische Gedichte in der Zeitschrift "Aktion"
  • 1915 - Beiträge für Jungs Zeitschrift "Die Freie Straße"
  • 1917 - Kurzgeschichten und Rezensionen in der "München-Augsburger Abendzeitung"
  • 1918 - erster Gedichtband "Die Revolutionäre"
  • 1919 - zweiter Gedichtband "Amen und Anfang" und Künstlerportrait seines Freundes, des Malers Georg Schrimpf
  • 1921 - "Ua - Pua ...! Indianer-Dichtungen" mit Kreidezeichnungen von Georg Schrimpf
  • 1922 - Erster Band von Erzählungen "Zur freundlichen Erinnerung", Jugenderlebnisse "Frühzeit"
  • 1924 - "Bayerisches Lesebücherl. Weißblaue Kulturbilder", "Die Traumdeuter. Aus einer alten bayerischen Familienchronik"
  • 1925 - "Die Heimsuchung", "Dorfroman", "Die Chronik von Flechting"
  • 1926 - "Finsternis. Sechs Dorfgeschichten"
  • 1927 - "Licht und Schatten. Eine Sammlung zeitgemäßer Märchen", "Wunderbare Menschen. Heitere Chronik einer Arbeiterbühne nebst meinen drolligen und traurigen Erlebnissen dortselbst", "Im Winkel des Lebens", Gedichte; "Wir sind Gefangene. Ein Bekenntnis aus diesem Jahrzehnt", Roman
  • 1928 - "Das bayerische Dekameron", mit Steinzeichnungen von Walter Marcuse
  • 1929 - "Kalendergeschichten", Erzählungen
  • 1931 - "Bolwieser". Roman eines Ehemannes"
  • 1932 - "Dorfbanditen. Erlebnisse aus meinen Schul- und Lehrlingsjahren"; "Einer gegen alle", Roman; "Notizbuch des Provinzschriftstellers Oskar Maria Graf 1932. Erlebnisse, Intimitäten, Meinungen"
  • 1935 - "Der harte Handel. Ein bayerischer Bauernroman"
  • 1936 - "Der Abgrund Ein Zeitroman"
  • 1937 - "Anton Sittinger. Ein satirischer Roman
  • 1938 - "Der Quasterl", Erzählungen
  • 1940 - "The Life of My Mother. A biographical novel"
  • 1942 - "Es ist Zeit. Gedanken zum 10. Mai 1933", Essay, "Aufruf zum Kampf gegen Hitler", Aufsatz
  • 1943 - "Wesenlose Emigration – Ein großer Zeuge", Essay
  • 1947 - "Unruhe um einen Friedfertigen", Roman
  • 1949 - "Die Eroberung der Welt", Roman
  • 1950 - "Mitmenschen. Aus meiner Jugend auf dem Dorfe, aus der Stadt und der weiten Welt"
  • 1951 - "Der Moralist als Wurzel der Diktatur. Eine geistespolitische Betrachtung", Essay
  • 1954 - "Der ewige Kalender", Gedichte
  • 1959 - "Die Erben des Untergangs. Roman einer Zukunft", "Die Flucht ins Mittelmäßige. Ein New Yorker Roman"
  • 1961 - "An manchen Tagen. Reden, Gedanken, Zeitbetrachtungen"
  • 1962 - "Der große Bauernspiegel. Dorfgeschichten und Begebnisse einst, von gestern und jetzt"
  • 1964 - "Er nannte sich Banscho. Der Roman einer Gegend"
  • 1966 - "Gelächter von außen. Aus meinem Leben 1918 – 1933"; "Bayerisches Lesebücherl. Von Früherszeiten bis heutzutag"
  • 1974 - "Reise in die Sowjetunion 1934"
Links

>   Oskar Maria Graf Gesellschaft e.v.
>   "Verbrennt mich!" - Oskar Maria Grafs Aufruf an die Nationalsozialisten

 

Wir danken der Bonnier Media Deutschland GmbH für die freundliche Genehmigung zur Nutzung des Fotos von Oskar Maria Graf.

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