| Rudolf Caracciola |
| Leben |
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| Größte Siege |
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| Erinnerungen |
| Über seine Arbeit als Verkäufer
bei Mercedes: "Ich war nun schon drei Monate in dem Laden, aber verkauft hatte ich noch immer nichts. Es war ein fabelhaftes Geschäft, gerade gegenüber dem Europäischen Hof. Wir hatten sehr gute Kundschaft. An Sonntagen durfte ich mir zuweilen einen Sportwagen ausleihen und ein Rennen mitfahren. Es waren keine großen Sachen, mal im Teutoburger Wald, mal im Forstenrieder Park, mal das Herkules-Bergrennen. Ich gewann meistens, aber an meiner Lage änderte sich nichts. Ich war und blieb der Verkäufer Rudolf Caracciola mit hundert Mark Gehalt und dem Anspruch auf eineinhalb Prozent Provision von jedem durch meine Tätigkeit verkauften Wagen. Leider ist es zur Auszahlung der Provision nie gekommen. Immer, wenn ich einen Kunden weich geredet hatte, erschien Direktor Herzing hinten aus dem Kontor und machte machte den Abschluss. Hinterher klopfte er mir auf die Schulter und sagte, ich solle so weitermachen." Über seinen ersten Sieg bei einem Großen Preis: |
| Die Nationalhymne - die deutsche Flagge steigt
am
Mast hoch, man hängt mir einen riesigen
Kranz
um. Ich sehe Salzer an, Salzer sieht mich an, und plötzlich lachen wir beide laut los. Die
Leute sehen uns
verdutzt
an, dann lachen sie mit. Händeschütteln ... Blumen ... die Fotografen knipsen ... Wir fahren die Ehrenrunde. |
| Über seinen schweren
Unfall in Monte Carlo: "Ich wollte das Tempo mäßigen ... ich bremste ... aber die Bremse fasste nicht. Nur das eine Vorderrad wurde blockiert, und der Wagen schleuderte auf das steinerne Geländer zu, das in der Kurve die Straße vom Abgrund trennte. Ich steuerte dagegen, ich versuchte, die Gänge zu schalten ... die Kurve kam immer näher. Ich wusste genau, mit mehr als achtzig konnte ich nicht durch diese Kurve gehen, und ich hatte mindestens hundert drauf, wahrscheinlich noch mehr. Ich hielt nach rechts, wo die steinerne Mauer steil aufragte. Es war immer noch besser, gegen den Stein zu schlagen, als über das Geländer hinab ins Meer zu stürzen. Die Mauer raste auf mich zu ... ich schlug dagegen ... Metall krachte auf Stein ... der Wagen stand. Es war nichts geschehen. Nur die Karosserie war zertrümmert, gerade an der Stelle, wo ich saß. Ich zog vorsichtig mein Bein aus der stählernen Umklammerung . Auf die Räder der Karosserie gestützt, hob ich mich langsam aus dem Sitz. (...) Ich beeilte mich mit dem Aussteigen, ich wollte zeigen, dass mir gar nichts fehlte, dass ich ganz unverletzt war. Ich trat auf die Erde. In diesem Augenblick zuckte der Schmerz durch mein Bein. Es war ein rasender Schmerz, so als ob das Bein mit glühenden Messern durchbohrt würde. Ich sackte zusammen (...)" Über das erste wichtige Rennen nach seinem Unfall: Über den Tod von Bernd Rosemeyer beim Versuch, Caracciolas Geschwindigkeitsrekord zu brechen: |
| "Als wir ankommen, sitzt Rosemeyer schon im Rennwagen,
von Menschen
umlagert.
Ich
drängle
mich durch
die
Menge zu ihm hin. Ich gebe ihm die Hand. 'Ich gratuliere, Rudi', sagt er und lacht. Seine weißen Zähne blitzen. 'Danke', sage ich. Ich möchte noch anderes sagen, noch mehr. Alle Rivalität ist fort in diesem Augenblick. Er ist mein Kamerad, ist denselben Gefahren ausgesetzt wie ich. Ich sehe ihn sitzen, startbereit, und ich habe ein beklommenes Gefühl. Ich möchte ihm sagen, dass es vielleicht zu windig ist und dass er es lieber am frühen Morgen versuchen soll. Als ich selber am Steuer saß, dachte ich nur an die Leistung. Jetzt denke ich an die Gefahr. (...) |
| Rosemeyers Wagen schießt wie ein weißer Pfeil
davon. (...) Nach einiger Zeit ist Rosemeyer wieder da. Er war schneller als im Vorjahr. Aber es
hat nicht gereicht, um meinen Rekord zu brechen. Der Wind ist noch stärker geworden. Von neuem
macht Rosemeyer sich startklar. Der zweite Lauf beginnt.Und wir sitzen noch im Wagen und warten,
warten ... Mit einemmal läuft eine Bewegung durch den Menschenhaufen. Ein paar rennen vorwärts die Straße entlang, dann laufen alle. Ich drehe das Fenster herunter. 'Was ist los?', schreie ich einem Jungen zu, der vorbeiläuft. 'Rosemeyer ist verunglückt!' schreit er zurück und läuft weiter. (...) Mir ist´s, als wenn sich plötzlich vor meinen Augen ein Abgrund auftäte. Ja, warum das alles? Was hat es für einen Sinn, dass sich Menschen hier wegen ein paar Sekunden in den Tod hetzen? Um dem Fortschritt zu dienen? Der menschlichen Zivilisation? Ach, das ist eine lächerliche Phrase vor der großen Wirklichkeit des Todes." "Wenn ich durch meinen halsbrecherischen Beruf und den in Rennen gesammelten Erfahrungen
dazu beigetragen habe, das Automobil zuverlässiger und sicherer zu machen, dann war mein
Leben am Lenkrad mehr als nur ein Kampf um den Sieg. |
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