Johann Friedrich Böttger
Leben
  •  Er wurde am 4. Februar 1682 als Sohn des Münzmeisters Johann Adam Böttger in Schleiz (Thüringen) geboren.
  • Nach dem Tod des Vaters heiratete seine Mutter noch einmal; der Stiefvater begeisterte ihn für Mathematik, Geometrie und Technik.
  • 1696 - Er fing in Berlin eine Lehre bei dem Apotheker Friedrich Zorn an; bei ihm erwarb er erste Kenntnisse in der experimentellen Chemie.
  • Er lernte den bekannten Alchemisten Johannes Kunckel von Löwenstern kennen und begann sich auch für Alchemie zu interessieren.
  • Er gewann einen Ruf als Goldmacher.
  • 1701 - König Friedrich I. von Preußen erfuhr von seinen Experimenten. Da das Königshaus unter ständiger Geldnot litt, wollte er Böttger für sich arbeiten lassen.
  • Er floh nach Sachsen, um in Wittenberg Medizin zu studieren.
  • 1702 - Er wurde von den Soldaten des sächsischen Kurfürsten August dem Starken gefangen genommen, verlor seine Freiheit und wurde nach Dresden gebracht.
  • Er musste zuerst im Goldhaus in Dresden arbeiten, dann wurde er in der Festung Königstein gefangen gehalten, um Gold herzustellen - ohne Erfolg.
  • 1704 - Unter der Aufsicht von Ehrenfried Walther Graf von Tschirnhaus, einem Mathematiker und Physiker, führte er Experimente zur Herstellung von Porzellan durch.
  • 1707 - Sie experimentierten zusammen mit eisenhaltigem Ton und erfanden dabei durch Zufall ein Steingut von harter Beschaffenheit und rotbrauner Farbe.
  • 1708 - es gelang ihnen schließlich, in einem Experiment mit Feldspat; (Na,K,Ca,Ba) (Al,Si)4O8 und Kaolin ein weißes hartes Porzellan herzustellen.
  • Nach Tschirnhaus' Tod erhielt er die Leitung der Porzellan-Manufaktur in Dresden.
  • 1710 - Er wurde Leiter der neu gegründeten Königlich-Sächsische Porzellanmanufaktur in Meißen
  • 1714 - Er erhielt nach zwölf Jahren Gefangenschaft seine Freiheit zurück.
  • 13. März 1719 - er starb nach langer Krankheit in Dresden; die chemischen Experimente hatten seine Gesundheit zerstört.
Porzellen

Das Wort "Porzellan" kommt von ital. porcellana = "weiße Meeresmuschel".
Das Porzellan wurde in China erfunden, wahrscheinlich im 7. Jahrhundert. Seit dem Ende des 13. Jahrhunderts kamen erste Stücke von chinesischem Porzellan nach Europa, doch die Herstellung blieb das Geheimnis der Chinesen. Porzellan, auch "weißes Gold" genannt, war an allen Königs- und Fürstenhöfen ein begehrter Luxusgegenstand. Darum versuchte man auch bald in Europa, selbst Porzellan herzustellen. In Italien erfand man in der 2. Hälfte des 16.Jahrhunderts das "Mediciporzellan", in Holland im 17.Jahrhundert die "Delfter Fayencen".
1706 glückte Tschirnhaus und Böttger die Herstellung von rotbraunem Steinzeug. Bei seinen weiteren Experimenten verwendete Böttger das aus Schneeberg (Sachsen) kommende reine Kaolin, und damit gelang ihm 1708 die Herstellung von weißem Porzellan. Dieses Porzellan war viel härter und haltbarer als das chinesische.

Es gibt zwei Sorten von Porzellan:

  • Hartporzellan aus 50% Kaolin, 25% Feldspat und 25% Quarz
  • Weichporzellan aus 25% Kaolin, 45% Quarz und 30% Feldspat

Porzellan wird in mehreren Schritten gebrannt:

  • Verglühbrand bei 800° C
  • Glasurbrand bei 1240° C
  • Dekorbrand bei 800° C
Links

>   Die Festung Königstein
>   KPM - Königliche Porzellanmanufaktur Berlin
>   Höchster Porzellan-Manufaktur
>   Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen
>   Porzellanmanufaktur Nymphenburg

 
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