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Christoph Probst und Alexander Schmorell waren seit ihrer Schulzeit enge Freunde. Während
ihres Medizinstudiums an der Ludwig-Maximilians-Universität zu München lernten sie Willi
Graf und >
Hans Scholl kennen. Die Studenten stammten aus dem Bildungsbürgertum, wo konservative
humanistische Ideale herrschten.
Im Frühjahr 1942 entschlossen sich Hans und Alexander, zu Unrecht und Verbrechen der Nationalsozialisten
nicht länger zu schweigen und die Menschen wach zu rütteln. Sie trafen sich, um Aktionen
gegen das Nazi-Regime zu besprechen. Schon bald weihten Sie ihre Freunde in ihre Pläne ein:
Willi, der 1941/42 als Soldat in Russland stationiert war und dort die Verbrechen deutscher Soldaten
erlebt hatte, Christoph und schließlich auch Hans' jüngere Schwester >
Sophie, die in München ihr Biologie- und Philosophie-Studium begonnen hatte. Sie nannten
sich die >
"Weiße Rose".
Im Juni/Juli 1942 verfassten Alexander und Hans die ersten vier "Flugblätter der Weißen
Rose". Sie verschickten etwa 100 Exemplare an Professoren, Schuldirektoren, Schriftsteller,
Buchhändler und Ärzte in München und Umgebung, um sie für den Widerstand zu
mobilisieren.
Im August wird der Vater von Sophie und Hans verhaftet, weil er Hitler eine "Gottesgeißel"
genannt hat.
Im Herbst 1942 mussten Alexander, Hans und Willi als Mitglieder der Münchner Studentenkompanie
für drei Monate zu einem Einsatz an die Kriegsfront nach Russland.
Im November treffen Hans und Alexander durch Vermittlung der Malerin Lilo Ramdohr Falk Harnacks,
dessen Bruder Dr. Arvid Harnacks in der Widerstandsgruppe "Rote Kapelle" aktiv ist.
Im Dezember besuchen Willi und Hans Professor Kurt Huber. Er erklärt sich bereit, an weiteren
Flugblättern mitzuarbeiten. Alle Mitglieder der Weißen Rose besuchen in den folgenden
Wochen in ganz Deutschland Freunde, um ihnen von ihren Aktionen zu berichten und sie für
weitere Pläne zu gewinnen.
Im Januar 1943 schrieben sie ihr fünftes Flugblatt, von dem etwa 9.000 Exemplare in mehreren
Städten wie Augsburg, Frankfurt, Stuttgart, Linz, Salzburg und Wien verbreitet wurden.
Ende Januar 1943 endete die Schlacht um Stalingrad. Die deutschen Truppen waren besiegt und hatten
kapituliert, 230.000 deutsche und eine Million russische Soldaten waren gefallen. Für die
Weiße Rose war der Zeitpunkt für weitere Aktionen gekommen.
Am 3., 8. und 15. Februar unternahmen die Studenten nächtliche Aktionen, bei denen sie auf
die Mauern der Universität und anderer Gebäude Aufrufe wie "Freiheit", "Nieder
mit Hitler" und "Hitler Massenmörder" schrieben.
Zur gleichen Zeit schrieben sie ihr sechstes Flugblatt, das sie an die Münchner Studenten
richteten:
(Führen Sie den Mauszeiger auf den Text!)
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"Persönliche Freiheit" forderten die Studenten der Weißen Rose, denn diesen
Wert hatten die Nationalsozialisten zerstört. Sie beriefen sich auf deutsche Geistesgrößen
wie Friedrich Schiller, Johann Wolfgang von Goethe, Novalis, aber auch auf die Bibel, Aristoteles
und Laotse.
Als Sophie und Hans dieses Flugblatt am 18. Februar in der Münchner Universität verteilten,
entdeckte sie der Hausmeister und hielt sie fest. Sie wurden von der Gestapo verhaftet, zusammen
mit Christoph angeklagt, am 22. Februar vom Präsidenten des Volksgerichtshofes, Roland Freisler,
zum Tode verurteilt und noch am selben Tag hingerichtet.
Joseph Goebbels, der Propaganda-Minister des Nazi-Regimes und einer der schlimmsten Verbrecher
der Nationalsozialisten, schrieb drei Tage später in sein Tagebuch: "In München
sind einige Studenten als Staatsfeinde entlarvt worden. Sie haben eine umfangreiche Antikriegspropaganda
betrieben, wurden vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. Ich bin dafür, dass die Todesurteile
vollstreckt werden." Diese Sätze zeigen, dass die Nationalsozialisten große Angst
vor Andersdenkenden und der Wirkung ihrer Widerstandsaktionen hatten.
In weiteren Prozessen am 19. April wurden Alexander, Willi und Professor Huber ebenfalls zum Tode
verurteilt und am 13. Juli bzw. 12. Oktober hingerichtet.
In den folgenden Monaten werden viele Mithelfer und Mitwisser verhaftet und zu Gefängnisstrafen
verurteilt.
Andere Studenten ließen sich durch die Todesurteile und Hinrichtungen nicht davon abschrecken,
die Aktionen der Weißen Rose fortzuführen und das Flugblatt weiter zu verteilen.
Marie-Luise Jahn und ihr jüdischer Freund Hans Leipelt, dessen Großmutter im Konzentrationslager
Theresienstadt umkam, führten die Flugblatt-Aktion der Weißen Rose fort. Sie hatten
das 6. Flugblatt Mitte Februar erhalten, schrieben für ihre Freunde mehrere Exemplare ab,
wählten die Aufschrift "Und ihr Geist lebt trotzdem weiter!" und brachten eine
Abschrift auch nach Hamburg. Auch sie wurden beide von der Gestapo verhaftet und angeklagt. Am
13. Oktober wurden Marie-Luise zu 12 Jahren Zuchthaus, Hans zum Tode verurteilt am 29. Januar
1945 hingerichtet.
Die Widerstandsgruppe um Ruth Andreas-Friedrich verbreitet das Flugblatt in Berlin.
Helmuth von Moltke bringt das Flugblatt nach Schweden, von wo es nach England gelangt. Im Juli
werfen britische Flugzeuge das Flugblatt tausendfach über deutschen Städten ab.
Winston Churchill sagte 1946: "In Deutschland lebte eine Opposition, die zum Edelsten und
Größten gehört, was in der politischen Geschichte aller Völker hervorgebracht
wurde. Diese Menschen kämpften ohne Hilfe von innen und außen - einzig getrieben von
der Unruhe des Gewissens. Solange sie lebten, waren sie für uns unsichtbar, weil sie sich
tarnen mußten. Aber an den Toten ist der Widerstand sichtbar geworden. Diese Toten vermögen
nicht alles zu rechtfertigen, was in Deutschland geschah. Aber ihre Taten und Opfer sind das unzerstörbare
Fundament des neuen Aufbaus."
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