Die Wuppertaler Schwebebahn - älteste deutsche Stadtbahn
  • Die Städte Elberfeld und Barmen im Tal des Flusses Wupper sind im 19. Jahrhundert schnell gewachsen und bildeten das sechstgrößte Ballungsgebiet im Deutschen Reich. Bedeutend war die Textilindustrie.
    Zahl der Einwohner 1807: Elberfeld 16.900,  Barmen 14.300; 1840: Elberfeld 39.400, Barmen 30.500; 1885: Elberfeld 106.000, Barmen 103.000
    Es war klar, dass beide Städte weiter wachsen würden und auch der Verkehr in den Städten zunehmen würde.

Die Schwebebahn heute im Tal der Wupper
© Wuppertaler Stadtwerke AG


  • 1887 - Politiker der Städte Elberfeld und Barmen wählten eine "Kommission zur Prüfung des Projektes einer Hochbahn". Eine U-Bahn zu bauen war nicht möglich, weil der Untergrund felsig war und Grundwasser führte. Eine Hochbahn konnte auch nur im Tal der Wupper über dem Fluss gebaut werden.
  • 1894 - Die Politiker entschieden sich für das Schwebebahn-Projekt "Eugen Langen".
  • Die Bürgermeister der beiden Städte schlossen mit der Elektrizitäts-Aktien-gesellschaft (AG) einen Vertrag über den Bau einer 12 Kilometer langen Strecke von Zoo nach Rittershausen.
  • Die Elektrizitäts AG gründete die Continentale Gesellschaft für elektrische Unternehmungen, die die Schwebebahn bauen und betreiben sollte.
  • 1895 - Der Bürgermeister von Vohwinkel vereinbarte den Weiterbau der Strecke in seine Gemeinde.
  • 1896 - die Continentale Gesellschaft erhielt von der Königlichen Regierung zu Düsseldorf die staatliche Genehmigung für die Schwebebahn.
  • Die Elektrizitäts AG erteilte der Maschinenbau-AG Nürnberg den Auftrag, die Eisenkonstruktion für die Strecke zu entwerfen. DieFirmen Gutehoffnungshütte in Sterkrade, Harkfort in Duisburg, Union in Dortmund und van der Zypen & Charlier in Köln wurden beauftragt, die Strecke und die Wagen für die Züge zu bauen.


Breite Straße - Quelle: wikipedia.de

  • 1898 - Im Sommer begannen die Bauarbeiten, im Dezember war die erste Probefahrt.
  • 24.10.1900 - Kaiser Wilhelm II. fuhr mit einem Probezug.
  • 1.3.1901 - Die Strecke Kluse - Zoo wurde eröffnet. Wegen der vielen Fahrgäste fuhren die Züge bald im 5-Minuten-Takt.
  • 24.5.1901 - Die Strecke Zoo - Vohwinkel wurde eröffnet.
  • 27.6.1903 - Die Strecke Kluse - Oberbarmen wurde eröffnet.
  • 1925 - In diesem Jahr benutzten fast 20 Millionen Fahrgäste die Schwebebahn.
  • 1926 - Der Bahnhof Döpperberg war für die vielen Fahrgäste zu klein geworden und wurde durch einen Neubau ersetzt.
  • 1929 - Aus Barmen, Elberfeld und andere Gemeinden wurde die neue Großstadt Wuppertal.

Hammerstein - © WSW Wuppertaler Stadtwerke AG


Wendeschleife Zoo - Quelle: wikipedia.de

  • 1943 - Im ZweitenWeltkrieg wurden die Bahnanlagen von Bomben schwer beschädigt
  • 1944 - Die Bahnen konnten wieder fahren.
  • 1945 - Der Bahnhof und die Werkstatt Vohwinkel wurden von Fliegerbomben getroffen. Große Teile der Bahnnlagen wurden zerstört. Die Bahn konnte nicht mehr fahren.
  • 1946 - Die Schäden an den Bahnanlagen wurden repariert, die Bahn konnte wieder auf der ganzen Strecke fahren.
  • 1950 - Um für seinen Zirkus zu werben, fuhr Zirkusdirektor Franz Althoff mit der 4 Jahre alten Elefantendame "Tuffi" in der Schwebebahn. Tuffi rannte aber gleich nach der Abfahrt trompetend durch den Wagen und sprang durch ein Fenster in die Wupper. Die Elefantin blieb glücklicherweise außer ein paar Schrammen am Hinterteil unverletzt.

Gelenkzug - © Daniel Kapanke
  • 8.12.1970 - Zum ersten Mal entgleiste ein Zug.
  • 1972 - 1974 - Alle alten Züge wurden durch moderne Gelenkzüge ersetzt.

Bahnhof Wertherbrücke
  • 4.9.1982 - Der Bahnhof Ohligsmühle wurde nach vielen Jahren wieder eröffnet.
  • 1984 - Der Bahnhof Werther Brücke wurde im Jugendstil wunderbar restauriert
  • 1995/96 - Nach fast hundert Jahren wurde begonnen, Stützpfeiler und Schienen zu erneuern. Fast alle Bahnhöfe wurden renoviert und modernisiert.
  • 26.3.1999 - Der Bahnhof Kluse/Schauspielhaus wurde nach vielen Jahren wieder eröffnet.
  • 12.4.1999 - Bei einem Unfall gab es zum ersten Mal in der Geschichtge der Schwebebahn Tote: Fünf Menschen kamen ums Leben, 46 wurden verletzt. Bauarbeiter hatten eine Eisenkralle vergessen.
  • 24.10.2000 - Der Kaiserwagen wurde 100 Jahre alt.
  • 1.3.2001 - Die Schwebebahn feierte ihren hundertsten Geburtstag.
  • 2007 - Eine Verlängerung der Strecke ist nicht mehr geplant.
  • In der Zukunft soll in der Hauptverkehrszeit alle zwei Minuten ein Zug fahren.

Der historische Kaiserwagen - © WSW Wuppertaler Stadtwerke AG
Technische Daten
  • Offizieller Name: "Einschienige Hängebahn System Eugen Langen"
  • Wagentyp: dreiteilige Gelenkzüge mit 48 Sitz- und ca. 100 Stehplätzen, in Orange-Blau
  • 13,3 km Streckenlänge, 12 m über der Wupper und 8 m über der Straße
  • 26,6 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit, 60 km/h Höchstgeschwindigkeit
  • 30 Minuten Fahrzeit
  • Der erste Zug fährt 5:20 Uhr, der letzte Zug um 22:52 Uhr.
  • In der Hauptverkehrszeit fährt alle 3 Minuten ein Zug.
  • 20 Bahnhöfe
  • 486 Brücken und Stützen, 19.200 Tonnen Eisen als Baumaterial
  • 10 Pfennig Fahrpreis historisch - 2,10 Euro Fahrpreis aktuell (2008)
  • Mehr als 70.000 Fahrgäste täglich
  • 1,5 Mrd. Fahrgäste von 1901 bis 2001
  • 16 Millionen Goldmark Baukosten
  • 7 Millionen Euro Kosten für Wartung und Reparatur
Interessantes und Kurioses
  • Spitzname bei den Wuppertalern: "Alte Dame" oder "Eiserner Lindwurm"
  • Die Dichterin Else Lasker-Schüler, geborene Wuppertalerin, war stolz auf die Schwebebahn und schrieb über sie: “Ein Eisengewinde, ein stahlharter Drachen, windet und legt sich mit vielen Bahnhofsköpfen und sprühenden Augen über den schwarzgefärbten Fluss."
Links

>   Wuppertaler Stadtwerke AG: Wuppertaler Schwebebahn
>   Verkehrsverbund Rhein - Ruhr
>   Schwebebahn-Fotos von Peter Bosbach
>   Tuffis Sprung aus der Schwebebahn in die Wupper

 
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Wir danken der Wuppertaler Stadtwerke AG, dass sie uns die Fotos zur Verfügung gestellt hat.
Wir danken Herrn Daniel Kapanke für die freundliche Genehmigung zur Nutzung des Fotos.

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