Der ICE - Inter City Express
  • 1982 - das Bundesministerium für Forschung und Entwicklung und Unternehmen des Schienenverkehrs projektieren den Versuchs- und Demonstrationszug "Inter City Experimental".
  • 1985 - die Deutsche Bundesbahn stellt in Donauwörth den "Inter City Experimental" vor. Bei diesem Zug zieht nicht mehr eine separate Lokomotive mehrere Wagen, sondern der Zug besteht aus zwei Triebköpfen mit den Antriebsanlagen und mehreren Mittelwagen.
ICE 1

  • 1988 - die Deutsche Bundesbahn vergibt noch während der Erprobungsphase die ersten Aufträge zum Bau von 82 Triebköpfen an Kraus-Maffei.
  • Im Rahmen der Internationalen Verkehrsausstellung (IVA) in Hamburg werden Fahrten von Hamburg nach Bremen angeboten.

Weltrekord des ICExperimental

  • Mit 406,9 km/h stellt der ICExperimental auf der Neubaustrecke Würzburg - Fulda den Weltrekord für Schienenfahrzeuge ein.
  • 1989 - der erste Serien-Triebkopf verlässt die Werkshallen und wird eingehend erprobt.
  • Die Deutsche Bundesbahn bestellt 60 Züge zum Preis von jeweils 25 Millionen Euro.
  • Thyssen-Henschel, Krauss-Maffei und Krupp bauen die 120 Triebköpfe, DUEWAG, LHB, MAN, MBB und Waggon-Union bauen die 694 Mittelwagen und ein Konsortium von AEG-Westinghouse, Asea Brown Boveri  und Siemens fertigt die elektrische Ausrüstung.
  • 1990 - die ersten Mittelwagen werden übergeben.
  • Bei der Erprobung der  Züge wird Tempo 310 erreicht.
  • 1991 - das ICE-Betriebswerk Hamburg-Eidelstedt wird in Betrieb genommen.
  • Am 29. Mai fahren die fünf  ICE-Züge "Baden-Württemberg", "Bayern", "Bonn", "Hessen" und "Niedersachsen" von Bonn, Hamburg, München, Stuttgart und Wiesbaden zu einer Sternfahrt nach Kassel ab. Dort gibt Bundespräsident Richard von Weizsäcker im neu gebauten Bahnhof Kassel- Wilhelmshöhe das Startsignal für den Hochgeschwindigkeits- Zugverkehr in Deutschland.
  • Am 2. Juni startet die Deutsche Bundesbahn das "Unternehmen Zukunft" und schickt mit dem Sommerfahrplan den ersten ICE von Hamburg nach München auf die Reise. Im Bahnhof Hamburg-Altona betätigt Lokführer Harry Pfaffe um 5:53 Uhr in seinem Führerstand den Zugkraftsteller. Der ICE 593 "Münchner Kindl" braucht für die Strecke 2 Stunden und 5 Minuten weniger als bisher.
  • 1992 - erste Verbindung ins Ausland: der ICE "Panda" von Hamburg über Frankfurt in die Schweiz nach Basel und Zürich.
Kassel am 29. Mai 1991: Die Deutsche Bundesbahn eröffnet den Hochgeschwindigkeitsverkehr
  • Bilanz nach einem Jahr: rund 383000 gefahrene Kilometer pro Zug, 25000 Fahrgäste täglich, 51 % Auslastung, 90 % Pünktlichkeit, 250 Mio. Euro Einnahmen;
    technische Probleme: verstopfte Toiletten, blockierte Türen, ausgefallene Klimaanlagen
  • "ICE-Sprinter" als besonders schnelle Zugverbindungen am Morgen zwischen Frankfurt und München und Frankfurt und Hamburg
  • 1993 - vier Jahre nach der Wiedervereinigung, nach zweieinhalbjähriger Bautätigkeit mit Baukosten von 440 Millionen Euro ist Berlin an das ICE-Netz angeschlossen
  • Rundreise eines ICE durch die USA, um für den Zug zu werben
ICE 2
ICE 2 bei Ellingen
  • 1996 - zweite ICE-Generation.
    Der ICE 2 ist kürzer als der ICE 1 und besteht aus einem Triebkopf, einem Steuerwagen und 7 Mittelwagen. Dieser Zug wird auf weniger frequentierten Strecken eingesetzt, auf stärker frequentierten Strecken werden zwei Züge zusammengekoppelt. Ein Wagen wiegt 5 Tonnen weniger, das bedeutet einen geringeren Energieverbrauch und Materialverschleiß. Außerdem fahren die Wagen dank luftgefederter Laufwerke ruhiger und weicher.
  • Hundert Millionen Menschen haben den ICE benutzt.
  • 1997 - Verbindungen zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet sowie zwischen Bremen und Frankfurt.
  • Die wichtigsten europäischen Bahngesellschaften verabschieden zum grenzüberschreitenden Zugverkehr ihre "Technischen Spezifikationen für die Interoperabilität".
  • Die Deutsche Bahn bestellt 20 vierteilige Dieseltriebzüge, die auf vorhandenen Strecken Tempo 160 fahren sollen.
  • 1998 - auf der Schnellfahrstrecke zwischen Hannover und Berlin fährt der ICE mit 250 km/h.
  • Neue Verbindung nach Österreich: der ICE "Prinz Eugen" fährt von Hamburg über Würzburg und Passau nach Wien.
ICE 3
  • Am 3. Juni um 10.59 entgleist der ICE "Wilhelm Röntgen" und rast mit Tempo 200 gegen einen Brückenpfeiler. 101 Passagiere und Bahnmitarbeiter sterben.
  • Eröffnung der Schnellfahrstrecke von Hannover nach Berlin; gesparte Zeit: etwa eine Stunde.
  • 1999 - dritte ICE-Generation. Der ICE 3 hat keinen Triebkopf mehr, die Antriebstechnik ist über den ganzen Zug verteilt: die Motoren sitzen auf den Achsen. Höchstgeschwindigkeit: 300 km/h. Die acht Wagen des ICE 3 sind leichter und schmaler. Von den Plätzen in der Lounge an der Zugspitze können die Fahrgäste dem Zugführer bei der Arbeit zuschauen.
ICE 3 im Kölner Hauptbahnhof, dahinter der Dom
ICE T/TD
ICE T in den Alpen bei Garmisch-Partenkirchen
  • 2000 - neue Verbindung von Frankfurt nach Amsterdam in fünf Stunden.
  • 2001 - der ICE TD mit Dieselantrieb und Neigetechnik wird auf den kurvenreichen Altstrecken "Nürnberg - Dresden" und "München - Zürich" eingesetzt.
    Die Fahrzeit wird 80 Minuten kürzer.
  • Neue Angebote für Fahrgäste: kostenlose Internetnutzung, Reservierung von Handy-Plätzen und von Plätzen in Ruhebereichen.
  • Neue Verbindung von Hamburg nach Wien in knapp zehn Stunden.
  • Mehr als 110000 Fahrgäste benutzen täglich die 216 Züge.
  • 2002 - auf der Neubaustrecke Köln - Frankfurt fährt der ICE mit Tempo 300, die Fahrt dauert nur noch halb so lang wie früher. Diese Strecke hat über 5 Milliarden Euro gekostet, 30 Tunnel und 18 Brücken mussten gebaut werden.
  • 2005 - die Strecke Hamburg - Berlin ist ausgebaut, die Fahrzeit wurde auf eineinhalb Stunden verkürzt.
  • 2006 - die Neu- und Ausbaustrecke zwischen Nürnberg und München wird eröffnet.
Technische Daten
  • Antrieb: Drehstrommotoren
  • Leistung: 2 x 9600 kW (6513 PS)
  • Anfahrtzugkraft: 200 kN
  • Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 1 Min. 6 Sek., auf 200 km/h: 3 Min. 20 Sek., auf 250 km/h:
    6 Min. 20 Sek.
  • Höchstgeschwindigkeit: 280 km/h
  • Bremsweg von 250 km/h: 4820 m, bei Schnellbremsung 2300 m
  • Zuggarnitur: 2 Triebköpfe und bis zu 14 Mittelwagen
  • Länge des Triebkopfs: 20.56 m
  • Länge des Mittelwagens: 26,4 m
  • Länge des Zugs: 410,72 m
  • Breite des Zugs: 3,07 m
  • Höhe des Zugs (ohne Stromabnehmer): 3,84 m
  • Gewicht des Zugs: 3114 t
  • Kosten pro Zug: 25 Mio. Euro
Wagen 1. Klasse
Wagen 2. Klasse
  • Plätze: 1. Klasse: 192, 2. Klasse: 567, Konferenzabteil: 4, Speisewagen: 24, Bistrowagen: 16
  • Schliefächer mit Pfandmünze
  • Einrichtungen für Behinderte:
    breite Türen, Behindertenplätze, 2 Stellplätze für Rollstühle,   Behindertentoilette
  • Familiengerechte Einrichtungen:
    Baby-Wickeltisch und Kleinkindabteil mit Krabbelbereich und Steckdose für Flaschenwärmer
  • Einige Sitzplätze mit Video-Angebot; man kann aktuelle Spielfilme anschauen
  • Alle Sitzplätze mit Audio-Angebot; man kann zwischen den Bordprogrammen Klassik, Rock/Pop und Kinderkanal und drei Hörfunksendern wählen
  • Restaurant mit Frühstück, Mittag- und Abendessen
  • Bistro mit kleinen Speisen und Getränken, auch zum Mitnehmen
  • Bedienung am Platz in der 1. Klasse, mobile Minibar in der 2. Klasse
Strecken
  • Das Ziel der Deutschen Bundesbahn war, "halb so schnell wie das Flugzeug und doppelt so schnell wie das Auto" zu sein. Die neuen Züge konnten diese Geschwindigkeit fahren, aber die Strecken waren dafür nicht geeignet.
Der "Bundesverkehrswegeplan" enthielt schon 1973 zwei Hochgeschwindigkeits- Neubaustrecken mit einer Länge von 426 Kilometern: "Hannover - Würzburg" und "Mannheim - Stuttgart". Aber erst in den 90er Jahren wurden diese beiden Strecken gebaut. Für die langsame Verwirklichung der Neubaupläne gab es zwei Gründe: Erstens mussten die vorgesehenen Trassen immer wieder geändert werden, weil Anwohner und Interessengruppen Einspruch erhoben. Zweitens führten die Trassen durch schwieriges Gelände mit Bergen und Tälern. Für die Strecke von Hannover nach Würzburg waren 77 km Dämme, 82 km Schneisen, 61 Tunnel (zusammen 121 km) und 214 Brücken (zusammen 30 km) notwendig. Am Ende betrugen die Kosten für beide Strecken rund 16 Milliarden Mark. Größere Karte? Klick!
 
Links

>   ICE - Das Flagschiff der Deutschen Bahn von Marcus Grahnert

 
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Wir danken der Deutschen Bahn, dass sie uns die Fotos zur Verfügung gestellt hat.

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